Abenteuer Defizit Syndrom

ADS für Erwachsene

 

Was denkst du macht ein glückliches Leben aus? Die Vorstellung, endlich nicht mehr arbeiten müssen und ein ganzes Leben lang Urlaub zu haben, eine Million im Lotto zu gewinnen oder ein Leben auf einer eigenen Insel?

 

 

Das Gegenteil von Glück ist nicht Pech, sondern Langeweile!

 

Interessant, denn die wenigsten wissen, was sie wirklich wirklich glücklich machen würde. Schon Onassis hat gesagt, dass die Leute, die denken, mit Geld könne man alles kaufen bzw. Geld allein würde glücklich machen, solche Menschen sein müssen, die nie wirklich Geld besessen haben.

 

Schaut man sich die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung an, stellt man nicht selten fest, dass es nicht das Geld ist, was ihnen fehlt, sondern eher das Abenteuer im Leben. Man könnte auch sagen: ADS für Erwachsene, das Abenteuer Defizit Syndrom. Gerade die Gutsituierten, die sich keine existentiellen Gedanken machen müssen, leiden häufig darunter. Denn, solange man sich noch um die notwendigsten Dinge im Leben Gedanken machen muss, hat man für solche Luxusprobleme natürlich wenig Raum. Das lehrt uns schon die Bedürfnispyramide, wonach zunächst die Grundbedürfnisse erfüllt sein müssen, bevor wir uns um unsere Selbstverwirklichung Gedanken machen können.

 

Bei einer Klangreise, an der ich teilgenommen habe, wurden vorher alle Teilnehmer gefragt, was sie sich wünschen würden und eine Mittfünfzigerin sagte dazu spontan, sie suche das Abenteuer. Daraufhin antwortete der Klangmeister, wenn sie sagt, sie suche das Abenteuer, dann wird sie es nie finden, sondern ihr ganzes Leben lang suchen, was bei der abenteuerlustigen, durchaus spirituell nicht unbewanderten Frau nicht gerade für Begeisterung sorgte.

 

Was kann ich also konkret tun, um Spannung und Abenteuer in mein Leben zu bringen?

 

Ich kann mir die Frage stellen, was würde ich tun, wenn ich ausschließen könnte zu scheitern und Geld keine Rolle spielen würde? Wovon habe ich schon mein ganzes Leben und vielleicht bereits als Kind geträumt? Was könnte ich am Ende meines Lebens bereut haben, wenn ich es nicht gesehen, gehabt oder erlebt habe?

 

Jeweils fünf Dinge am besten aufschreiben und unseren inneren Kritikern im Hintergrund einmal einen Maulkorb anlegen, die immer gleich bellen, was alles nicht geht, unbezahlbar, zu gefährlich oder unrealistisch ist. Einmal nicht realistisch sein müssen, sich Träume zu gestatten und wieder ganz die Kinderseele von damals zu sein und uns gestatten, sie überhaupt zu vernehmen. Bei den meisten von uns, ist sie mit unseren Konditionierungen immer leiser und leiser geworden ist, bis wir sie gar nicht mehr wahrnehmen können. Probiere es einfach einmal aus und sollten gar keine Ideen kommen, weil diese Gedanken zu denken einfach Lichtjahre her ist, dann frage dich einfach, was langweilt mich abgrundtief und was hasse ich total zu tun, um dann genau das Gegenteil zu machen.

 

Die erste Intuition zählt, die sich als erstes, aber eben nur ganz leise meldet, bevor der Verstand wieder lauthals Alarm schlägt.

 

Eine Löffelliste anzulegen ist auch eine geniale Idee. Schreibe all die Dinge auf, die du unbedingt in deinem Leben gemacht haben möchtest. Und dann nehme dir einen realistischen Zeitrahmen vor, vielleicht erst einmal für die ersten Dinge, die ohne größeren Aufwand umgesetzt werden können, zum Beispiel einmal beim Zen Bogenschießen teilnehmen, einen Sprachkurs in Chinesisch besuchen oder Salsa zu tanzen, bei einem Kochkurs mitmachen, einen Fallschirmsprung zu wagen oder mit einer Seilbahn zu fahren. Was auch immer, es sollte einfach nur Spaß machen und nicht nach seinem praktischen Nutzen beurteilt werden. Das besänftigt wiederum die inneren Kritiker und schafft positive Erlebnisse und damit ein Umdenken, dass viel mehr möglich ist, als wir uns oftmals zugestehen.

 

Was könntest du einmal ganz Verrücktes machen, einfach nur zum Spaß?

 

Auf meiner Löffelliste stand unter anderem, einmal eine Kreuzfahrt zu machen und die Entschleunigung auf der Reise von Genua nach Miami zu genießen, dabei viele unbekannte herrliche Flecken der Erde zu sehen zu bekommen und eine Entfernung in drei Wochen zurückzulegen, für die man mit dem Flugzeug gerade mal acht Stunden brauchen würde. Super Erfahrung! Während ich das schreibe, bin ich mittendrin und noch ganz am Anfang meiner Reise. Ich hätte es mir natürlich auch für später aufheben können, wenn ich älter gewesen wäre. Aber, erstens wurde ich von meinem lieben Mann eingeladen und zweitens ist es unsere nachgeholte Hochzeitsreise. Warum also aufschieben...

 

 

Glück ist eine Frage der Wertschätzung Momente des Glücks sind flüchtig.
Du kannst sie nicht festhalten, aber du kannst sie genießen.